
Der Verlorene Zwilling
Einsamkeit, unerklärliche Schuldgefühle, nie genügen und eine unerfüllbare Sehnsucht nach Einheit können ein Zeichen sein, dass ein Zwilling den Weg ins Leben begleitet hat. Jede zehnte Schwangerschaft beginnt nicht alleine...Bisher ist offiziell wenig darüber bekannt, wie wichtig die Zeit im Bauch der Mutter wirklich ist. Die Medizin geht auch heute noch häufig davon aus, dass ein Mensch sich nicht an diese Zeit erinnert. In der Hypnose werden wir eines anderen belehrt. Klienten sind in der Lage, schon unter einer sehr oberflächlichen Trance, bereits sehr genaue Emotionen und Gefühle sowie auch komplexere Situationen der Mutter zu beschreiben. Viele unerklärliche Ängste, fehlendes Selbstvertrauen und das Gefühl „unerwünscht zu sein“ haben ihren Ursprung in der Zeit vor der Geburt.
Häufig bewirkt die Entdeckung des Verlorenen Zwillings bei Klienten, egal ob Erwachsene, Jugendliche oder Kinder, tiefgreifende Auswirkungen auf das Lebens- und Liebesglück. Zwillinge spüren bereits im Mutterleib, dass sie nicht alleine sind. Sie hören den Herzschlag des Anderen und nehmen Kontakt zueinander auf. Was aber, wenn der Bruder oder die Schwester plötzlich nicht mehr da ist? Dass ein Zwillingskind bereits vor der Geburt stirbt, passiert häufiger als vermutet. Mediziner sprechen vom "Vanishing-Twin-Syndrom", dem "verlorenen Zwilling". Laut embryologischen Forschungen ist circa jede zehnte Schwangerschaft zu Beginn eine Mehrlingsschwangerschaft. Auch prominente Beispiele gibt es: der österreichische Sänger Falco war ein Überlebender von Drillingen und Elvis hatte einen Zwillingsbruder, der bei der Geburt gestorben war. Sind Zwillinge in der Gebärmutter und einer stirbt, ist es für den Überlebenden ein gewaltiger Schock, der später nicht mehr bewusst, aber in jeder Zelle gespeichert ist. Durch die moderne Reproduktionsmedizin nimmt die Zahl der verlorenen Zwillinge sogar noch weiter zu. Bei machen Mehrlingsschwangerschaften werden gezielt einzelne Föten abgetötet und als „Mondkinder“ bis zur Geburt neben dem Lebenden gelassen, wenn es zu viele sind. Die Folgen für die Überlebenden sind unabsehbar. Aus Erfahrung kann ich dir sagen: es ist für den Überlebenden eine Katastrophe. Pränatalforscher sprechen von traumatischen Erfahrungen für den überlebenden Zwilling und Konsequenzen für sein späteres Bindungsverhalten. Das vorgeburtliche Drama soll auch mit einem erhöhten Risiko für angeborene Krankheiten verbunden sein. Unter anderem kann der Überlebende an Herz-, Hirn- oder Nierenschäden leiden. Ein Loch bleibt in der Seele zurück.
Quälende Sehnsucht,
Einsamkeit auch in Menschengruppen,
unerklärliche Schuldgefühle, Glaube, den Anderen mit ihrer Kraft und Leibesfülle getötet zu haben.
das Gefühl, vieles immer zweimal oder doppelt so gut tun zu müssen, für zwei arbeiten,
kein oder wenig Selbstwert,
es reicht nie,
der Partner ist zuerst der Tollste und alles ist im 7. Himmel,
aber plötzlich kommt etwas und alles bricht zusammen...
Nur um einige Symptome zu nennen, wie es ist, wenn einer fehlt.
Der verlorene Zwilling wird überall gesucht.
Was nimmt der Embryo wahr?
Der amerikanische Forscher David Chamberlain hat in Untersuchungen aus dem Jahr 1998 im Ultraschall beobachtet, dass bereits zwei Monate alte Embryos bewusst wahrnehmen und reagieren können. Fünf Wochen nach der Einnistung, wenn der Embryo eine gewisse Grösse erreicht hat, spürt er die Gegenwart des Anderen sehr genau. Das Ohr ist das Erste, was ein werdender Mensch ausbildet. Der Zwilling hört als erstes seinen eigenen Blutkreislauf und den des Anderen, noch bevor das Herz anfängt zu schlagen. Die Geräusche seines Geschwisters sind ihm näher als die Darmgeräusche und der Herzschlag der Mutter. Aus Untersuchungen weiss man, dass ein Embryo bereits in der 8 Woche auf Töne ausserhalb des Mutterleibes reagiert. Kurz darauf beginnt er mit dem Anderen Kontakt aufzunehmen und mit ihm zu spielen. Manche sind zärtlich zueinander, andere boxen miteinander. Die vorgeburtlichen Spiele werden übrigens auch nach der Geburt fortgesetzt was jede Mutter bestätigen kann, die Zwillinge hat. Man kann sich vorstellen, dass es nicht ohne Folgen bleibt, wenn der Spielpartner plötzlich nicht mehr da ist. Das ist ein grosser Verlust auf emotionaler Ebene. Dass einem Embryo Gefühle zugestanden werden, ist übrigens nicht selbstverständlich. Noch bis in die 70er Jahre herrschte in medizinischen Kreisen die Meinung vor, Neugeborene hätten keine Gefühle. Aus der Hypnose-Therapie haben wir anderes erfahren.
Bemerkt die Mutter den Tod des Zwillings?
Die Mutter bemerkt den Todeskampf in ihrer Gebärmutter oft nicht.
Üblich ist bis heute, den Frauen erst im dritten Schwangerschaftsmonat die im Ultraschall gesehene Mehrlingsschwangerschaft mitzuteilen, weil der zweite oder auch dritte Embryo vorher häufig verschwindet. (Von Gynäkologen oft als Zyste bezeichnet...) Viele Ärzte wollen Schwangeren eventuelle Enttäuschungen ersparen. Doch häufig ahnt auch der Mediziner nichts. Bei Ultraschalluntersuchungen wird nichts von einem Abgang bemerkt, wenn der Verlust bereits vor dem ersten Ultraschall geschehen ist. Schon innerhalb weniger Wochen ist es nicht mehr möglich, den abgestorbenen Embryo im Mutterleib nachzuweisen. Aus der Zwillingsforschung ist längst bekannt, dass Zwillinge lebenslänglich eine tiefe Bindung haben. Dass aber auch ein verlorener Zwilling weitreichende Auswirkungen auf das Leben eines Überlebenden haben kann, ist psychologisches Neuland. Auswirkungen, auch wenn sie „nur“ 2-3 Monate zusammen verbracht hatten. Beim "Vanishing Twin Syndrome" verschwindet einer der sich entwickelnden Mehrlinge innerhalb der ersten Schwangerschaftswochen bis ca 3. Monat - der Fötus stirbt ab und wird vom Uterus resorbiert. Das verstorbene Kind wird gräulich, immer kleiner und kann noch Tage neben dem Lebenden zu spüren sein, als härter werdender Klumpen. Ist die Schwangerschaft fortgeschrittener, also ab dem 4.-5. Monat entsteht ein sogenanntes Stein- oder Mondkind, das den Rest der Schwangerschaft neben dem heranwachsenden Geschwister verbleibt und zu spüren ist. Hin und wieder wächst es auch in den Körper des Überlebenden ein. Was später zu organischen Fehlbildungen, Theratomen, Dermoidzysten oder auch Tumoren führen kann.
Warum geht einer?
Wie es dazu kommt, dass nur einer von beiden Zwillingen überlebt, ist nicht eindeutig geklärt. Aus biologischer Sicht ist der vorgeburtliche Tod nichts Aussergewöhnliches. Er ist, so die Annahme, das Ergebnis einer körpereigenen Qualitätskontrolle. Das heisst, der mütterliche Organismus prüft den Embryo auf genetische Anomalien. Dieser Prüfung fallen laut Schätzungen generell zwischen 50 bis 75 Prozent aller Schwangerschaften zum Opfer. Sie werden vorzeitig beendet, die Frau merkt meistens nichts davon. Vermutlich hat das auch den Abgang des einen Zwillings zur Ursache. Unter Hypnose antwortet der Zwilling meist, er wäre krank gewesen oder es wäre nicht genug für beide da gewesen. (Unterbewusstsein)
Psychosomatische Auswirkungen
Klienten berichten über Beschwerden wie:
Plötzliche Schwindelanfälle begleitet von Angstattacken, Enge in der Brust und Herzschmerzen, Atemschwierigkeiten ohne organische Ursachen, häufig auftretend bei Trennung oder Erinnerung an Trennungen.
Hauterkrankungen wie Neurodermitis können neben Umweltfaktoren ebenfalls mit dem Zwilling zu tun haben: wird der Zwilling gefunden verschwindet die Neurodermitis wieder. Kopfschmerzen, Tinnitus und vieles mehr können mit der Symptomatik zusammen hängen. Ob sie damit zu tun haben erkennt man daran, dass sie nach der Wiederfindung des verlorenen Zwillings verschwinden.
Psychische Auswirkungen des Verlustes
Schuldgefühle sind sehr häufig. Sei es, weil man mehr Glück hatte oder weil man denkt, dem Anderen etwas weggenommen zu haben, weil man ihm nicht helfen konnte usw. Hoffnungslosigkeit, Ohnmacht, ich schaff es nicht (alleine), Resignation bis tiefe Depressionen und Todessehnsucht (zum anderen wollen), häufig schwere Unfälle, Extremsportarten, grosse Risiken eingehen, unerklärliche Einsamkeit, keiner passt wirklich, irgend etwas stimmt mit „denen“ einfach nicht oder mit sich selber, tiefe Trauer, Kraftlosigkeit, an Menschen kleben, Verlassens-Ängste, Angst vor Berührung oder das Gegenteil „Hauthunger“ - nicht genug Zärtlichkeit bekommen können, von wem auch immer. Panikattacken, Zitterkrämpfe, Herzrasen, Schüttelfrost und Todesangst. Panikattacken, die auf vorgeburtliche Ereignisse zurückführen, können nicht mit Gesprächstherapie gelöst werden.
Ich kann nicht oft genug darauf hinweisen, was es für einen werdenden Mensch bedeutet, absolut hilflos aus nächster Nähe mit ansehen zu müssen, wie das geliebte Geschwister stirbt. Manche Menschen entwickeln später Tunnelphobien oder können nicht in Fahrstühle steigen, auch Autofahren kann ein Problem darstellen, weil enge Orte eine tiefe Erinnerung wach rufen von damals als ein Drama geschah. Der Mensch erlebte eine absolute Hilflosigkeit, die er im Leben immer wieder erlebt, selbst bei banalen Situationen kommt eine Art Lähmung über den ganzen Körper, Todesangst und daraus entsteht Panik. Auch eine Neigung zu Misserfolgen und Fehlschlägen im Leben können mit dem verlorenen Geschwister zu tun haben. Das habe ich in der Praxis sehr häufig erlebt, man gönnt es sich nicht, da der andere ja nicht einmal leben darf.
Doch wird er gefunden und mit dem Überlebenden verbunden, geht regelrecht die Post ab.
Die grosse Suche...
Das Unterbewusstsein kennt den Zwilling, er sucht ihn, wenn nötig auf der ganzen Welt. In jedem Menschen, dem Partner oder den eigenen Kindern. Aber keiner passt wirklich, auch wenn es anfangs oft danach aussieht, ihn endlich gefunden zu haben; die Trennung wird zum erneuten Trauma. Die Angst davor immer grösser, das Klammern an andere Menschen immer stärker. Eifersucht kann auch ein Zeichen sein. Nicht jeder ist gleich. Es gibt Alleingeborene, die einen einzigen Partner haben und mit ihm auch glücklich sind. Nicht jeder sucht seinen Zwilling krampfhaft. Aber alleingeborene Zwillinge lieben anders. Zwillinge haben eine tiefe seelische Bindung, die kein anderer Mensch nachvollziehen und ersetzen kann. Eine platonische Liebe, von kuscheln und berühren, von Wissen über den Anderen ohne Worte.
Einlinge erfahren das Leben anders als Zwillinge, sie erleben sich im Mutterleib alleine mit der Mutter verbunden. Wo kein Zweiter ist, kann er auch nicht vermisst werden. Sie kommen alleine auf die Welt - das sind die Grundmauern ihres Erlebens ihrer Existenz. Sie sind genau so wie alleingeborene Zwillinge auf die Liebe der Mutter angewiesen. Der Zwilling teilt alles, es gibt niemanden, der ihm je wieder so nah, so ähnlich ist wie sie. Genau das suchen sie, wenn sie es verloren haben, weil sie es kennen und vermissen.
Der Weg zur Heilung
Wie findet man seinen Zwilling? Ich begleite meine Klienten mit Hypnose, also inneren Bilderreisen, zurück in die Schwangerschaft, da können wir den Zwilling finden. Das geht nicht immer beim ersten mal; die Seele muss dazu bereit sein. Es hilft meiner Erfahrung nach nicht allein "theoretisch" zu wissen, dass man einen Zwilling gehabt hat, sondern man muss diese Verbindung zum Anderen und die sich daraus ergebenden Folgen für das eigene Leben spüren. Nur in Verbindung mit dem Fühlen hat die Wiederentdeckung des verlorenen Zwillings therapeutisch heilende Kraft.
Sehr hilfreich hat sich nach der Entdeckung auch das Seminar "Der verlorene Zwilling wieder finden" gezeigt. Hier kann die Gemeinsamkeit in der Schwangerschaft noch einmal erlebt werden, die Verbundenheit, die Nähe, die Kraft. Aber auch das Trauma der Trennung. Hier gibt es die Möglichkeit ganz zu werden und Frieden zu finden.
Infos zum nächsten Seminar findest du HIER
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